Der Beruf der Arzthelferin

 

Mehr als Pflege und Verwaltung: der Beruf der Arzthelferin

Der Beruf der Arzthelferin ist im Laufe der 50er Jahre entstanden. Ärzte und Ärztinnen benötigten in der Praxis eine Hilfskraft, die über grundlegende medizinische Kenntnisse und Fertigkeiten verfügte und gleichzeitig im verwaltungstechnischen Bereich eingearbeitet war. Die Arbeit von Krankenschwestern, Sekretärinnen und medizinisch/technischen Assistentinnen wurde zusammengefasst. Dementsprechend basierte die Ausbildung zur Arzthelferin auf den wesentlichen Bestandteilen dieser Berufe. Mittlerweile ist die Ausbildung wesentlich ausgereifter und wird auch unter einer neuen Berufsbezeichnung als medizinischer Fachangestellter angeboten. Medizinische Fachangestellte assistieren in der Praxis den Ärzten und Ärztinnen bei Untersuchungen, den Patientenbehandlungen, der Betreuung und Beratung und führen Organisation und Verwaltungsarbeiten durch. Der Arbeitsplatz befindet sich vorwiegend in Arztpraxen aller Fachgebiete, in Krankenhäusern und Organisationen des Gesundheitswesens. Auch ambulante Pflegedienste bieten oft eine Stelle als medizinischer Fachangestellter an. Weiterhin werden medizinische Fachangestellte in der betriebsärztlichen Abteilung von Unternehmen beschäftigt oder arbeiten in medizinischen Laboren und Forschungsabteilungen von Pharmafirmen.

Der Beruf der Arzthelferin

Aufgabenbereiche des medizinischen Fachangestellten / Medizinische Fachangestellte sind als eine Mischung aus Laborant, technischer und persönlicher Assistent und Sekretär im medizinischen Bereich tätig. Das Bedienen von modernen Bürokommunikationstechniken und das Durchführen von apparativer Diagnostik sind wesentliche Bestandteile der allgemeinen Tätigkeiten. Aber auch die Therapie mit Vor- und Nachbereitung spielt eine immer größer werdende Rolle. Blutentnahmen und Injektionen gehören zum Arbeitsalltag. Je nach Fachrichtung der Arztpraxis und deren Größe und Schwerpunkt und der innerbetrieblichen Arbeitsteilung können die Aufgaben der medizinischen Fachangestellten stark variieren. Typische Aufgaben sind zum Beispiel die Terminvergabe, die allgemeine Koordination des Tagesablaufes in der Praxis, das assistierende Erledigen medizinischer Tätigkeiten (z.B. Injektionen, Verbände anlegen und Blutentnahmen) und allgemeine Verwaltungsarbeiten (z.B. Privatabrechnung, Dokumente und Briefe). Die Funktionsbezeichnung Abrechnungsassistent bezieht sich auf den gesonderten Fachbereich für Abrechnungen.

Voraussetzungen für diese Berufstätigkeit

Ein Realschulabschluss kann von Arbeitgebern zwar gefordert werden, ein guter Hauptschulabschluss ist jedoch in den meisten Fällen ausreichend.

Der Beruf als Arzthelfer, beziehungsweise medizinischer Fachangestellter, erfordert gute kommunikative Fähigkeiten. Der Bewerber sollte über ein gutes Empathie-Vermögen verfügen, also einfühlend sein, gut zureden können und kundenorientiert handeln. Dazu gehört auch, auf unterschiedliche Charaktere eingehen zu können und verunsicherte Patienten beruhigen zu können. Dennoch ist es wichtig, dass der Bewerber persönliche Gefühle klar abgrenzen kann, sodass auch in schwierigeren Fällen die Emotionen nicht die Verfassung des medizinischen Fachangestellten angreifen. Durchsetzungsvermögen, also ein bestimmtes und selbstsicheres Auftreten, ist unbedingt erforderlich. In hektischen Situationen sollte Ruhe bewahrt werden können und in Notfällen routiniert und schnell reagiert werden, sodass ein allgemeiner Überblick über die Situation behalten wird. Selbstverständlich wird der medizinische Fachangestellte dazu verpflichtet, die ärztliche Schweigepflicht einzuhalten. Verschwiegenheit und Loyalität, ganz besonders im Umgang mit sensiblen Daten, sind daher wichtig, um das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nicht zu verletzen. Die Arbeitsweise sollte sorgfältig und gewissenhaft sein.