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Mama & Papa erklären das man eine Depression hat

Wie ist es, den eigenen Eltern zu sagen: Ich mache eine Therapie? Sechs junge Menschen erzählen von diesem Moment und den Reaktionen.

Katja*, 23

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich meine erste Panikattacke. Aus heiterem Himmel bekam ich Herzrasen, Hitzewallungenund Atemnot – ich dachte, ich würde sterben. Danach hatte ich immer mal wieder solche kleinen Anfälle, meist wenn ich übermüdet oder extrem gestresst war.

Es kam überall vor: manchmal in der U-Bahn, manchmal in meinem eigenen Zimmer, stets ohne erkennbaren Auslöser. Zunächst konnte ich die Panikattacken verdrängen, sobald sie vorbei waren. Aber irgendwann verschwand das flaue Gefühl im Magen nicht mehr und eine unergründliche Angst wurde zu meinem ständigen Begleiter.

Katja: Ich will meine Mutter nicht belasten.
Am Telefon hörte meine Mutter mir an, dass es mir nicht gut ging. Aber ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen macht. „Ich bin müde“, sagte ich jedes Mal. Bis ich es irgendwann nicht mehr aushielt. Weinend brach ich zusammen: „Mama, ich habe solche Angst, und ich weiß nicht, wovor.“

Sie bat mich, sofort nach Hause zu kommen – Uni und jegliche andere Verpflichtungen seien erst mal egal. Es tat unglaublich gut, in die Geborgenheit meines Elternhauses zu flüchten. Meine Mutter fragte ein wenig vorwurfsvoll, warum ich nicht eher etwas gesagt hatte, doch vor allem wollte sie alles daran setzen, dass es mir besser geht.

„Du musst dir Hilfe suchen„, sagte sie und ließ mich erst nach Berlin zurückkehren, als ich einen Termin bei einer Therapeutin bekommen hatte.

Seit ein paar Wochen mache ich nun eine Therapie, und meine Mutter möchte stets auf den neuesten Stand gebracht werden. Sie spricht dann auch mit meinem Vater; unser Verhältnis ist gut, aber über gewisse Dinge konnte ich einfach schon immer besser mit meiner Mutter reden.

Es tut gut, ihr gegenüber so offen sein zu können und ich weiß, dass sie mein Vertrauen schätzt. Aber oft habe ich auch ein schlechtes Gewissen und versuche zu verbergen, wenn ich einen schlechten Tag habe – ich will sie nicht belasten.

Manchmal fängt sie an zu weinen, weil sie sich sicher ist, dass sie irgendetwas falsch gemacht haben muss. Ich glaube, sie wartet geradezu darauf, dass bei der Therapie irgendein Kindheitstrauma aufgedeckt wird. Das tut mir schrecklich weh.Denn meine Eltern waren stets für mich da. Ich hoffe, sie wissen, dass es mir ohne ihre bedingungslose Unterstützung noch viel schlechter gehen würde.

Quellen:

http://www.bento.de/

Depression

 

07, Juni, 2016Wissen Doktor1 CommentSchlagwörter: ,

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