Bad Berleburg. Eine neue Regelung soll allerdings schon bald Abhilfe schaffen. Dann dürfen Krankenhäuser Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements ausstellen.

Erhalten Notfallpatienten in der Helios-Klinik Bad Berleburg nachts keine Rezepte mehr für verschreibungspflichtige Medikamente? Mit dieser Frage hatte sich jetzt ein Bad Laaspher an die Siegener Zeitung gewandt. Er war in der vergangenen Woche spätabends mit einem Zeckenbiss ins Bad Berleburger Krankenhaus gefahren, um sich behandeln zu lassen. Womöglich benötige er Antibiotika, sagte der Bad Laaspher an der Anmeldung. Freilich sei ihm dort daraufhin beschieden worden, dass nachts keine Ärzte da seien, die eine kassenärztliche Zulassung hätten. Sprich: „Man hätte mir kein Antibiotika verschreiben können, so teilte es die Schwester klar mit.“ Letztlich hat er diese Tabletten zwar gar nicht benötigt, dennoch stellte sich der Laaspher die Frage, ob unter diesen Umständen die medizinische Versorgung in Wittgenstein gewährleistet sei. Dass ihm gesagt wurde, er könne solch ein Medikament nicht bekommen, ohne überhaupt seine Wunde überhaupt begutachtet zu haben, ärgerte ihn mächtig.

Der Hausarzt verschreibt eigentlich die Medikamente

Helios-Sprecherin Antje Gröpl betonte auf SZ-Anfrage, dass die Aussage der Mitarbeiterin inhaltlich völlig korrekt gewesen sei, „wenngleich sie unter Umständen missverständlich aufgenommen wurde – dafür möchten wir uns entschuldigen“. Sicherlich würden alle Patienten in der Notaufnahme mit dem versorgt, was die Beschwerden lindern könne und was der Arzt für notwendig erachte – ob Antibiotika oder andere verschreibungspflichtige Medikamente. Der Arzt verabreiche das Medikament an Ort und Stelle und gebe dem Patienten gegebenenfalls einige Tabletten mit, damit dieser den Einnahmezyklus so lange einhalten könne, bis er seinen Haus- oder Facharzt aufsuchen könne. Dies sei zumeist am Folgetag bzw. nach dem Wochenende möglich.

Der Rahmenvertrag muss noch geschlossen werden

Nicht möglich sei die Ausstellung eines Rezeptes, das in einer Versandapotheke eingelöst werden kann. Solche Leistungen seien den Haus- oder Fachärzten vorbehalten. Aber: Hier ist bereits eine Änderung in Sicht. Nach den Regelungen des Versorgungsstärkungsgesetzes der Gesetzlichen Krankenversicherung soll es künftig auch möglich sein, dass Krankenhäuser im Rahmen des Entlassmanagements Verordnungen ausstellen. Die Möglichkeit der Verordnung ist zwar gesetzlich normiert, jedoch schreibe dieses Gesetz zeitgleich vor, dass noch ein Rahmenvertrag zwischen den Krankenkassen und den Spitzenverbänden der Leistungserbringer geschlossen werden müsse. „Dieser liegt bislang jedoch noch nicht vor, weshalb den Krankenhäusern eine Medikamenten-Verordnung noch nicht möglich ist“, berichtete Antje Gröpl auf SZ-Anfrage.

Quelle: www.siegener-zeitung.de

21. Juli 2016

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